Kantonsspital Basel DZL | Dep. Zentrallaboratorium
 
Laborbuch

 

Bakteriologie Hämatologie Hämostase Klinische Chemie
DZL
Qualit³tssicherung
Laboratorien
Bakteriologie
Info
Kontakt
H³matologie
Info
Kontakt
H³mostase
Info
Kontakt
Klinische Chemie
Info
Kontakt
Laborbuch
Kundendienst

 

 

 

 

 

webcare:
EYE Communications AG

 

Laboratorien > Hämatologie: Info

 

Struktur und Ausrichtung

Das Hämatologielabor befasst sich mit der Diagnostik der zellulären Hämatologie. Die häufigste Untersuchung des Labors ist die Analyse des Blutbildes (automatisierte und mikroskopische Analyse).
Schwerpunkte sind die Diagnostik der malignen hämatologischen Neoplasien wie Leukämien, Lymphome, Multiples Myelom, myelodysplastische Syndrome und myeloproliferative Syndrome.
Das Labor befasst sich zudem mit der Diagnostik von Hämoglobinopathien, vor allem Thalassämien und Sichelzellanämie.
Zusätzlich ist das Labor verantwortlich für die Verarbeitung, Kryopräservation, Lagerung und Rücktransfusion von hämopoietischen Zellen im Rahmen der Stammzelltransplantation.

Das Hämatologielabor besteht aus 5 Untereinheiten / Teams:

  • Automaten (Probenannahme, Automatisierte Blutbildanalyse)
  • Molekulare Diagnostik (PCR)
  • Morphologie (Mikroskopische Blutbildanalyse, Spezialfärbungen)
  • Spezialanalysen (Immunphänotypisierung, Spezialanalysen)
  • Stammzelllabor (Verarbeitung von Stammzellen, HLA-Typisierung, Stammzellkulturen)

Spitälern, Diagnostik- und Behandlungszentren, Arztpraxen und anderen Labors bieten wir unsere Analytik an. Unser Team von fast 40 qualifizierten MitarbeiterInnen erstellt rund 3.7 Mio. Analysenresultate pro Jahr.

 

Dienstleistungsangebot

Formulare
65 Hämostase / Hämatologie

Öffnungszeiten
Montag-Freitag: 8.00 – 18.00 h
Samstag: 8.00 – 12.00 h
Notfallanalytik: 24-Stunden

Fachspezifische Beratung
Das Hämatologielabor hat eine enge Zusammenarbeit mit der klinischen und der experimentellen Hämatologie, und betreut unter anderem die ambulante Hämatologiesprechstunde.
Fachverantwortliche Hämatologielabor

 

Fachliche Schwerpunkte

  • Blutbildanalyse
    Die Blutbildanalyse beinhaltet die Bestimmung der Zahl der Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und der Zell-Indices (MCV, MCH, MCHC, EVB).
    Die Leukozytendifferenzierung wird automatisiert oder mikroskopisch durchgeführt. Bei der automatisierten Differenzierung werden die Leukozyten in Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Basophile, Eosinophile und LUC-Zellen unterteilt.

    Mit der automatisierten Blutbildanalyse werden Verteilungsmuster der Erythrozyten (Erythrogramm) und der Leukozyten (Leukogramm und Nukleogramm) erstellt.
    Die Analysen der Retikulozyten beinhaltet die Zahl der Retikulozyten in Promille und Konzentration (x109/l). Die Retikulozyten werden zudem nach Reifungsstadium in reife (ca. 85-90%) und unreife Retikulozyten (4-18%) unterteilt. Bei einer regenerativen Anämie (akute Blutung, Hämolyse) nimmt der Anteil junger Retikulozyten zu.

    Die Indices der Erythrozyten sind ein hilfreiches diagnostisches Mittel. Sie erlauben unter anderem eine Einteilung in makrozytäre, normozytäre oder mikrozytäre Anämie. MCV und MCHC sind Globalteste, die eine Aussage über die Gesamtpopulation der Erythrozyten ergeben. Da die Überlebenszeit der Erythrozyten etwa 120 Tage beträgt, manifestiert sich eine Veränderung der erythrozytären Zell-Indices erst nach 2-3 Monaten. Retikulozyten sind Zellen, die höchsten 5 Tage alt sind. Somit ergibt die Analyse der retikulozytären Zell-Indices eine Aussage über die letzten fünf Tage.Die Bestimmung des Hämoglobin-Gehaltes der Retikulozyten (CHr) erlaubt deshalb frühzeitig Veränderungen der erythrozytären Indices zu erfassen. Das CHr ist besonders hilfsreich bei der Abklärung und im Verlauf eines Eisenmangels.

    Der Zusammenhang zwischen MCV, MCHC, Anteil hypochromer Erythrozyten und des CHr der Retikulozyten bei Eisenmangel und Thalassämia minor ist auf der Tabelle 3 gezeigt.

  • Bestimmung der Lymphozyten-Subpopulationen (FACS-Analyse)
    Lymphozyten lassen sich in Subklassen unterteilen: Man unterscheidet die T-Lymphozyten und deren Subtypen (CD4+ T-Zellen; CD8+ T-Zellen), die B-Lymphozyten und die Natural-Killer Lymphozyten (NK-Zellen) Zellen. Rein morphologisch können diese Subpopulationen nicht erfasst werden. Sie unterscheiden sich durch ihr Oberflächenmarker-Profil voneinander.

    Die fluoreszenzaktivierte Durchflusszytometrie, auch FACS-Analyse (fluorescence activated cell separation) genannt, ist heute die Methode der Wahl zur Erfassung der Oberflächenstrukturen einer Lymphozyten-Subpopulation.

  • Immunphänotypisierung bei malignen hämatologischen Erkrankungen (FACS-Analyse)
    Die Immunphänotypisierung erlaubt eine Charakterisierung der malignen Zellen (Blasten, Lymphozyten) aufgrund von Oberflächen und intrazellulären Strukturen mittels monoklonalen Antikörpern.

    Indkationen für eine Immunphänotypisierung bei malignen hämatologischen Erkrankungen: Maligne hämatologische Erkrankungen ohne Indikation für eine Immunphänotypisierung:
    • Myeloproliferative Syndrome ohne Blastenvermehrung
    • Chronisch myeloische Leukämien in chronischer oder akzelerierter Phase (< als 10% Blasten)
    • Myelodysplastische Syndrome ohne Blastenexcess (< als 10% Blasten)
    • Morbus Hodgkin


  • Molekulare Diagnostik / PCR-Analysen
    • Chronisch myeloische Leukämie (CM)
      Chromosomale Aberrationen von hämopoietischen Zellen sind bei malignen hämatologischen Neoplasien häufig. Bei einer Translokation von zwei Chromosomen-Fragmenten kommt es molekularbiologisch zur Fusion von zwei Genteilen, die ein neues hybrides Fusionsgen (DNA) und Fusionstranskript (RNA) bilden. Mittels RT-PCR werden Leukämie-spezifische Fusionstranskripte nachgewiesen.

      Das BCR-ABL Fusionstranskript ist das molekularbiologische Substrat der Philadelphia Translokation t(9;22)(q34;q11).

      Bei Neudiagnose einer CML wird eine "Multiplex" RT-PCR-Analyse angesetzt welche gleichzeitig major und minor breakpoints erfasst. Als Verlaufsparameter, bei bekanntem Fusionstranskript wird eine quantitative real time RT-PCR), und bei "negativem" Befund, eine "nested" RT-PCR durchgeführt. Diese ist sensitiver und bewährt sich besonders als Verlaufsparameter nach Stammzelltransplantation.

      Verschwindet das BCR-ABL Fusionstranskript während der Therapie der CML, so spricht man von einer molekularbiologischen Remission. Die Sensitivität einer Realtime PCR beträgt zwischen 1/10-3 bis 1/10-4( je nach Breakpoint zwischen 1/10-3 bis 1/10-45), die Sensitivität einer nested PCR zwischen zwischen 1/10-4 bis 1/10-5.

    • Akute Leukämie
      Akute Leukämien weisen in ca. 50% der Fälle ein Fusionstranskript auf. Gewisse Gene sind bevorzugt betroffen, wie zum Beispiel das MLL- Gen, das TEL- Gen oder die core binding factors (AML1, CBFß). Die häufigsten Fusionstranskripte sind nachfolgend tabellarisch aufgelistet.
    • Chimärismus Bestimmng nach allogener Stammzelltransplantation
      In der modernen Transplantationsmedizin beschreibt der Chimärismus das Verhältnis der körpereigenen Zellen des Patienten mit den körperfremden Zellen eines Spenderorgans. Bei der allogenen Stammzelltransplantation ist ein vollständiger Chimärismus (complete or full chimerism) definiert als ein Zustand, indem alle hämopoietischen und lymphatischen Zellen vom Spender abstammen. Die nicht-hämopoietischen Zellen sind weiterhin vom Empfänger, d.h. vom Patienten. Ein gemischter Chimärismus (mixed chimerism) beschreibt den Zustand, in dem Spenderzellen und Patientenzellen gleichzeitig im Blut oder im Knochenmark vorhanden sind. Ein gemischter Chimärismus kann im Verlauf stabil sein oder eine transiente Phase nach der Transplantation darstellen, der schlussendlich zu einem vollständigen Chimärismus oder zu einer Transplantatabstossung führen kann.

      Die Methode zur Evaluation des Chimärismus basiert auf den Nachweis von biologischen Unterschieden zwischen Spender- und Empfängerzellen. Die Multiplex-PCR-Amplifikation von Short Tandem Repeats (STR) ist heute Methode der Wahl zur Bestimmung des Chimärismus nach allogener Stammzelltransplantation. STR sind hoch polymorphe, einfache, kurze, nicht kodierende Sequenzen von 2-7 DNA-Basen..Diese DNA Sequenzen wiederholen sich mehrfach hintereinander. Die Zahl der Repeats, und somit die Länge eines STR-Locus variert von einer Person zur anderen, auch in einer Familie und auch bei HLA-identischen Geschwistern. Das menschliche Genom enthält zahlreiche verschiedene STR-Loci. Die einzigen Individuen die ein gleiches Muster von STR haben sind eineiige Zwillinge, die definitionsgemäss genetisch identisch sind. In der Stammzelltransplantation ergibt der Chimärismus der T-Lymphozyten die zuverlässigsten Resultate in Bezug auf das Angehen bzw. die Abstossung des Transplantats.

  • HLA-Typisierung
    Das HLA-System spielt eine bedeutende Rolle in der Transplantationsmedizin im der Erkennung von selbst und Nichtselbst (fremde Zellen). Der HLA-Genkomplex ist auf dem kurzen Arm des menschlichen Chromosoms 6 (6p) lokalisiert. Innerhalb dieses Komplexes werden drei Regionen unterschieden. Die Region der Klasse I, und II. Die wichtigsten Regionen der Klasse I sind das HLA-A, HLA-B und HLA-C. Sie werden auf allen somatischen Zellen des Menschen exprimiert. Die Klasse-II-Region wird in mehrere Subregionen (HLA-DR, HLA-DQ und HLA-DP) unterteilt. Die HLA-Antigene der Klasse II werden auf den B-Lymphozyten, aktivierten T-Lymphozyten, Makrophagen und dentritischen Zellen exprimiert. Die beste Voraussetzung für eine hämopoietische Stammzelltransplantation ist eine genetische Identität der HLA-Antigene. Da in den meisten Fällen ein ganzer Haplotyp vom Vater und der Mutter vererbt wird besteht, eine ca. 25% Wahrscheinlichkeit, dass zwei Geschwister genotypisch HLA-identisch sind.

    • Die HLA-A und die HLA-B Typisierung wird häufig mittels serologischer Methode durchgeführt, und die DNA Analyse findet nur statt, wenn Unklarheiten persistieren, technische Schwierigkeiten auftreten oder bei der Retypisierung von einem kompatiblen Spender und Empfänger vor Stammzelltransplantation.
    • Die HLA-Cw-Typisierung wird mittels DNA-Analyse durchgeführt. Der Grund ist, dass zahlreiche HLA-Cw serologisch nicht erfasst werden.
    • Die HLA-DR, -DQ und -DP wird heute mittels DNA-Techniken durchgeführt. In Basel werden die HLA-DQ und HLA-DP nur bei unklaren Haplotypen in einer Famlie durchgeführt..



Qualitätskontrolle

Das Qualitätssicherungssystem des Hämatologielabors ist von SWISSMEDIC zertifiziert nach Good Laboratory Practice (GLP).

Wir nehmen an folgenden externen Qualitätskontrollen teil:

  • UK NEQAS Quality Assurance Laboratory, London
    • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
    • Immunphänotypisierung
    • Abnorme Hämoglobine
    • HLA-Typisierung
    • Molekulare Diagnostik

  • CSQC Centre Suisse de Contrôle de Qualité, Genève
    • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
    • Molekulare Diagnostik

  • MQ Verein für medizinische Qualitätskontrolle, Zürich
    • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
    • Molekulare Diagnostik

  • DGKC Deutsche Gesellschaft für klinische Chemie, Bonn
    • Molekulare Diagnostik

  • MODHEM Molecular Diagnostics for Hematological Malignancies, Amsterdam
    • Molekulare Diagnostik

  • HUG Laboratoire national de référence pour l’histocompatibilité, Genève
    • HLA-Typisierung

  • StemCell Technpologies Inc.
    • Stammzellen

 

Forschung, Entwicklung und Lehre

Ausbildung Biomed.AnalytikerInnen
In Zusammenarbeit mit dem BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt bilden wir Biomed. AnalytikerInnen aus und stellen dazu Praktikumsplätze zur Verfügung.

Weiterbildung der Dipl. Biomed. AnalytikerInnen HF
Für die Absolventinnen der Höheren Fachschule bieten wir die Möglichkeit ein themenspezifisches Praktikum zu absolvieren.

Weiterbildung FAMH
Für die Weiterbildung zum Spezialisten für hämatologische Analytik FAMH bieten wir einen Arbeitsplatz an.

Weiterbildung FMH Hämatologie
Im Rahmen des gesamten Weiterbildungskonzept FMH Hämatologie ist das Hämatologielabor Teil dieser Weiterbildung.

Vorlesungstätigkeit
Die akademischen Mitarbeiter sind im Vorlesungsbetrieb der Universität Basel (Hämatologie) eingebunden und unterrichten am BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt.

Fortbildung
Labormedizin > Weiterbildung

 

Links

Auskunft und Fragen zu Endokrinologie
Abteilung Hämatologie (Website Universitätsspital Basel)

 

 

 

 

  top ^  
Universitätsspital Basel